Wie groß wohnst Du?

Immer wieder gibt es unterschiedliche Meinungen zu der Frage, wie die exakte Wohnfläche einer Immobilie zu errechnen ist. Was früher noch nach Gefühl über den Daumen geschätzt werden konnte, muss heute genau und nachprüfbar gemessen und errechnet sein. Dabei gibt es neben dem fein geschnittenen, quadratischen Raum auch verwinkelte Zimmer mit Schrägen und Erker. Wie also muss das Maßband angehlegt werden, damit man die richtige Fläche bei Abrechnungen zugrunde legen kann?

Es gibt verschiedene Richtlinien, die bei der Lösung des Problem behilflich sind. Zum einen gibt es die DIN Normen 277 und 283, zum anderen lässt sich die Wohnflächenverordnung (WoFlV) befragen. Sie wird bei der Berechnung im sozialen Wohnungsbau verwendet, kommt aber auch vor Gericht immer mehr zum Einsatz.


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Sie regelt zum Beispiel die Frage, was denn überhaupt beim Maßnehmen berücksichtigt werden muss. Nicht relevant sind demnach Waschküchen, Garagen, Heizungsräume und der Keller. Die Badewanne, der Kachelofen oder der Einbauschrank zählen jedoch dazu. Wer der Fläche einer Wohnung auf der Spur ist, darf aber nicht nur in die Weite denken, sondern muss sich auch an der Vertikalen orientieren. Denn Räume, die über einem Meter hoch aber nicht mehr als zwei Meter bis zur Decke messen werden nur zu 50 Prozent zur Wohnfläche hinzugezählt. Das betrifft hauptsächlich Schrägen unter dem Dach. Alles, was unter einem Meter hoch ist, fällt ganz aus der Berechnung heraus.

Wer in seinem Heim Säulen, Schornsteine, Mauervorsprünge und ähnliches stehen hat, die höher als 1,5 Meter messen, kann diese von der Wohnfläche abziehen, wenn deren Grundfläche größer als 0,1 Quadratmeter. Immer wieder eine Streitfrage wert sind in diesem Zusammenhang Balkone und Terrassen. In der Tat ist die Regelung hier nicht eindeutig und lässt eine Toleranz zu. Sie fallen mit dabei mit 25 bis 50 Prozent zu Buche.

Interessant ist auch die Berechnung im Fall von Wintergärten und Schwimmbädern. Hier sagt die Vorschrift, dass sie, wenn sie beheizt sind, ganz in die Wohnfläche einbezogen werden. Sind sie jedoch kalt, dann ist nur ein die Hälfte der Fläche einzubeziehen.

Den genauen Wortlaut der WoFlV ist hier zu finden.